BND
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Behörde
Der Geheimdienst BND, was für Bundesnachrichtendienst und nicht für Blöde Nichtsnutzige Deutsche steht, ist eine Behörde mit Sitz in Pullach bei München in Bayern sowie in Berlin. Der BND ist neben dem Bundesamt für Verfassungsschutz und dem Militärischen Abschirmdienst einer der drei Geheimdienste der Bundesrepublik Deutschland. An den beiden Standorten Pullach und Berlin, an anderen (geheimen) Dienststellen in Deutschland (insgesamt ca. 100, davon in Bayern ca. 70), sowie in Auslandsdienststellen (ca. 100) (Residenturen) arbeiten ca. 6.050 Mitarbeiter. Das Budget wird auf 350 Mio Euro jährlich geschätzt.
Rechtsgrundlagen
Rechtliche Grundlage für die Arbeit des BND ist das BND-Gesetz.
Leitung
Der BND ist nach §1 des BND-Gesetzes "eine Bundesoberbehörde im Geschäftsbereich des Chefs des Bundeskanzleramtes", untersteht also derzeit Kanzleramtsminister Thomas de Maizière, der ein Parteibuch der CDU hat und indirekt natürlich damit der jetztigen Bundeskanzlerin und ehemaligen FDJ-Sekretärin für Agitation und Propaganda Angela Merkel. Präsident des BND ist der SPD-Mann und Vertraute von Frank-Walter Steinmeier Ernst Uhrlau.
Rechtsbrüche
Der BND ist bereits durch zahlreiche Skandale und Rechtsbrüche aufgefallen, mit denen er Inkompetenz und eigene Straftaten zu verdecken suchte.
Überwachung von Journalisten im Inland
Am 10. November 2005 wurde vom Chef des Bundesnachrichtendienstes, August Hanning, offiziell bestätigt, dass in den Jahren 1993 und 1994 verbotenerweise auch Journalisten wie der Publizist Erich Schmidt-Eenboom im Inland durch BND-Mitarbeiter abgehört worden waren, die sich dabei obendrein auch noch verbotenerweise als Beamte des BKA ausgegeben haben.
Beauftragung von Folter
Dem früheren Chef des Bundeskanzleramtes und jetztigem Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) war anscheinend bekannt, dass BND und BKA Folter in Terrorstaaten durch andere westliche Geheimdienste quasi beauftragt haben.
Pflichtvernachlässigung als Dienstherr
Während es der BND bei den Pflichten seiner Mitarbeiter sehr genau nimmt, und Norbert Juretzko wegen angeblicher Pflichtverstöße verfolgte, wird, wer sich als Geheimdienstler darauf verläßt, dass der BND als sein Dienstherr irgendwie schon für ihn sorgen werde, üblicherweise bitter enttäuscht.
Unterwanderung des Journalismus
Wie Christiane Schulzki-Haddouti bei Telepolis 1998 schreibt, hat der BND Journalisten zumindest bis in die 70er Jahre hinein systematisch angeworben und bezahlt, um einerseits eine positive Darstellung der Regierung und des BND zu erreichen, andererseits die Informationen der Journalisten abzuschöpfen. Michael Naumann, Ex-Kulturstaatssekretär, und Ex-Chefredakteur der Zeit, der laut Interview von Christiane Schulzki-Haddouti mit Erich Schmidt-Eenboom in Telepolis 1998 Schwiegersohn des ehemaligen BND-Präsidenten Gerhard Wessel war, ging gegen das Buch Undercover von Erich Schmidt-Eenboom wegen der Behauptung vor, er sei von anderen Geheimdiensten als inoffizieller Mitarbeiter des BND eingestuft worden. Bemerkenswert ist auch ein Artikel aus dem Jahr 2004 von Otto Köhler in Freitag, der einen Einblick darum gibt, wie der BND sich mit der Stasi um Einfluss in deutschen Massenmedien gezankt hat.
Schäfer-Bericht
Eine Untersuchung des ehemaligen Richters am BGH, Gerhard Schäfer, zum Thema BND und Journalismus, der sogenannte Schäfer-Bericht, wurde zensiert. Die zensierten Teile sind erst im September 2008 auf Wikileaks aufgetaucht<ref>Mein Parteibuch am 16.09.2008: Der Anspruch des BND auf soziale Achtung und die fehlenden Seiten des Schäfer-Berichtes</ref>.
False-Flag-Terror
Im November 2008 sind in Pristina, Kosovo, drei BND-Agenten unter dem Verdacht festgenommen worden, einen Terroranschlag begangen zu haben<ref>Ostblog am 23.11.2008: Der BND als Terrorist?</ref>.
Enttarnung eigener Agenten
Der BND diszipliniert seine Mitarbeiter indem er sie öffentlich als Agenten enttarnt. Die Sicherheit derjenigen, die mit dem BND zusammenarbeiten, ist dem BND dabei egal.
Informationskontrolle
Der BND übt in Deutschland eine rigide Art der Informationskontrolle aus. Im Januar 2008 erhielt der Betreiber des R-Archivs vom BND sogar eine einstweilige Verfügung mit dem Verbot der Verbreitung missliebiger Information.
Tarnungen
Der Bundesnachrichtendienst nimmt, wie im Skandal um Stephan Bodenkamp alias Christoph Klonowski und Lernout & Hauspie ans Licht kam, über Tarnbehörden, Tarnfirmen und unter falschen Namen operierenden Agenten am Wirtschaftsleben im In- und Ausland teil.
Slovenien
Der gemeinsame Überwachungsstandort von BND, MI5 und slowenischem Geheimdienst SOVA in Laibach nahe Telekom Slovenije und Provider Siol sowie nahe den Büros der Slowenischen Internet Börse (SIX) und der Laibacher Börse (LJSE) stand 2007 praktisch überall in der Presse<ref>Unwatched.org am 06.06.2007: Geheimdienstskandal in Slowenien</ref>.
Amt für Auslandsfragen
Google-Suche nach Amt für Auslandsfragen
Hauptstelle für Befragungswesen
Die gelegentlich auch "Zentralstelle für Befragungswesen" genannte "Hauptstelle für Befragungswesen" ist ein als „interne Kontrolleinrichtung des Bundesamtes für Ausländerfragen“ getarnter Teil der Abteilung 1 des BND zur Ausforschung von Asylbewerbern und Flüchtlingen.
Google-Suche nach Hauptstelle für Befragungswesen
Bundesstelle für Fernmeldestatistik
Die Abteilung 2 des BND tarnt sich als Bundesstelle für Fernmeldestatistik.
Liegenschaftsverwaltung Pullach (LVP)
Bei Wikileaks ist am 13.11.2008 ein Dokument aufgetaucht, dass die IP-Adressen einer BVOE und LVP enthält. Die IP-Adressen passten hervorragend zum Interessenbereich des BND enthält. LVP wird als gängiges Kürzel für Liegenschaftsverwaltung Pullach angesehen<ref name="tsi">Wikileaks am 13.11.2008: T-Systems BND network assignments, 13 Nov 2008</ref>.
Goethe-Institut
Von einer der am 13.11.2008 geleakten IP-Adressen<ref name="tsi"/>, nämlich 195.243.248.226, wurde 2005 in der Wikipedia der Satz:
"Außerdem ist es ein offenes Geheimnis, dass viele der Auslandsniederlassungen des Goethe-Instituts als inoffizielle Residenturen des BND dienen."
geändert in:
"Auslandsniederlassungen des Goethe-Instituts dienen jedoch nicht als inoffizielle Residenturen des BND."<ref>Wikipedia: Bundesnachrichtendienst - Edit vom 17. Aug. 2005 09:27h</ref>
Video
Peter F. Müller und Michael Mueller im WDR via Google Video: Gegen Freund und Feind - Die Geschichte des BND
Bücher
Norbert Juretzko und Wilhelm Dietl bei Ullstein 2006: Im Visier. Ein Ex-Agent enthüllt die Machenschaften des BND
Norbert Juretzko und Wilhelm Dietl bei Ullstein 2004: Bedingt dienstbereit. Im Herzen des BND - die Abrechnung eines Aussteigers
Erich Schmidt-Eenboom 1998: Undercover - Der BND und die deutschen Journalisten
Peter-Ferdinand Koch 1994: Die feindlichen Brüder. DDR contra BRD. Eine Bilanz nach 50 Jahren Bruderkrieg
Quellen
<references/>
Links
Ostblog am 25.02.2008: SS, SD, GESTAPO und BND
Mein Parteibuch am 10.01.2008: BND erwirkt einstweilige Verfügung gegen R-Archiv
Mein Parteibuch am 15.10.2006: Jugendfreundschaft
Mein Parteibuch am 19.06.2006: (Artikel zum) Weblog von Ferdinand von Schirach
Mein Parteibuch 16.01.2006 Spion & Spion: BND Agent Reiner M aus Canberra
Ausführlicher Wikipedia Artikel über BND (Version Stand 3.1.2006)
R-Archiv »BND« Fürsorgepflichten - Angeworben, ausgenützt, verraten und verkauft
Mein Parteibuch 10.11.2005 Wir wollen unsere Akten sehen - muß nach der Stasi nun auch der BND seine Akten rausrücken?
Otto Köhler am 30.07.2004 in Freitag: Wo stecken die Spitzel?
Saar-Echo: Archiv- Steinmeier sollte die Koffer wieder packen
R-Archiv: »Susanne Osthoff« das wahre Gesicht des BND - Wir haben in Bagdad Mist gebaut - ohne Ende
Mein Parteibuch: Warum denunziert der BND Susanne Osthoff als Agentin?
Spiegel Online 2005 - Interview von Philipp Wittrock mit Erich Schmidt-Eenboom: Sie beschatteten mich sogar in der Sauna
Telepolis 1998 - Interview von Christiane Schulzki-Haddouti mit Erich Schmidt-Eenboom: Am Nasenring des BND?
Christiane Schulzki-Haddouti in Telepolis 1998: Der BND und die deutschen Journalisten
unsere zeit am 26.07.1996 via Google Groups: Der BND und der Waffenhandel


